Wie alles begann...
Seit Bestehen unserer Voltigiergruppe haben wir es uns zum Ziel gesetzt, diesen Sport auch für Kinder mit Handicaps zu öffnen und eine integrative Gruppe zu bilden.
In unseren beiden Voltigiergruppen konnten wir erfolgreich u.a. ein Kind mit Down-Syndrom und ein gehörloses Mädchen integrieren.

Mit unserem Konzept haben wir sehr gute Erfahrungen gemacht - alle Kinder haben von dieser gemischten Gruppe profitiert. Eine Gruppendynamik bildete sich heraus und nach kürzester Zeit war es für unsere Voltigierer selbstverständlich, auf einander Acht zu geben und sich gegenseitig zu unterstützen.
Gerade für Kinder mit Handicaps bietet das Voltieren sehr wertvolle Erfahrungen:
►wie fühlt sich mein Körper unter der Bewegung des Pferdes an?
►bin ich im Gleichgewicht?
►habe ich Kraft mich zu halten?
►im Team bin ich stark
►ich kann was!
Da es uns und unserem Verein ein Anliegen ist, Kinder gezielt durch den spielerischen Umgang mit Pferden ganzheitlich zu fördern, bieten wir seit 5 Jahren auch Einzelunterricht an.
Dieser ist individuell auf die Kinder abgestimmt.
Ganzheitlich bedeutet, durch die Bewegungserfahrung werden der gesamte Körper und die Persönlichkeit, die Psyche, angesprochen. Durch den Umgang mit den Pferden werden auch soziale Kompetenzen wie Verantwortungsbewußtsein oder Durchsetzungsvermögen gefördert. Das Pferd wird nicht als Therapeut, sondern als Partner und Freund wahrgenommen. Je nach Problemstellung kommen die verschiedensten Methoden zum Einsatz.
Unsere Arbeitsmethoden:

Stehen die Schulung von Balance und Körpergefühl im Vordergrund,
so trainieren wir mit Therapie- oder Voltigiergurt;
auf dem Programm können sowohl spielerische Übungen und Gymnastik auf dem Pferderücken stehen bis hin zu fast akrobatischen Voltigierübungen.

Soll die Konzentrationsfähigkeit geschult werden, kommt meistens der Sattel zum Einsatz:
das freie Bewegen im Raum -in der Reithalle oder auf dem Reitplatz- erfordert neben der
Körperkoordination auch ein räumliches Vorstellungsvermögen - z.B. "wie teile ich den Platz ein, wenn ich einen Zirkel reiten soll?"
sowie gute Konzentration.
Der Ritt durch ein Stangenlabyrinth oder Slalomreiten um Hütchen lockern den Unterricht auf.

Die Arbeit mit dem sogenannten Langzügel
oder dem Führzügel vermittelt zwar das Gefühl frei zu reiten, gibt aber gerade ängstlichen Kindern Sicherheit und ermöglicht dem Anleiter direktes Einwirken auf das Pferd.

Das gemeinsame Versorgen unserer Ponys (putzen und satteln) stärkt das Verantwortungsbewusstsein und macht darüber hinaus natürlich mächtig Spaß!

In der Zwergerlstunde
fassen selbst die Kleinsten durch spielerisches Heranführen Vertrauen zu unseren Ponys.
Unsere jüngsten "Reiter" sind gerade mal 3 Jahre alt.
Der Therapiegurt gibt ihnen die nötige Sicherheit.
Wirkungsweise:
Der Umgang mit Pferden spricht fast alle Sinne an:
►Fühlen: wie fühlt sich das Fell meines Ponys an?
►Spüren: die Wäme, den Atem, die Nähe des Ponys spüren;
►Wahrnehmen: wie nehme ich mich in der Bewegung auf dem Pferd wahr?
►Getragen werden:die Seele baumeln lassen, auf dem Pferderücken entspannen
►Sehen: das Umfeld wahrnehmen, auf einander Acht geben
►Riechen: Stallluft schnuppern, wie riecht das Pferd, das Heu, die Pferdebox?
►Hören: was für Geräusche macht das Pony? Was sagt meine Trainerin?

Wie fühlt sich Leas Mähne an?
Die rhythmische, dreidimensionale Bewegung auf dem Pferderücke kann in vielen Bereichen Entwicklungsschritte in Gang setzen:
⇒ unruhige Kinder werden ausgeglichener
⇒ ängstliche Kinder werden mutiger
⇒ die Konzentration verbessert sich
⇒ soziale Kompetenzen werden gestärkt
⇒ Muskelspannung besonders in Rumpf und Beinen normalisiert sich
⇒ die Beweglichkeit des Hüftgelenks und der Lendenwirbelsäule wird gefördert
⇒ die Körperhaltung verbessert sich
⇒ Gleichgewichtsempfinden wird geschult
Gerade für Kinder, die nicht laufen können, ist die dreidimensionale Bewegung eine wertvolle

Erfahrung.
Getragen werden,
den Rhythmus der Bewegung aufnehmen,
die Wärme des Pferdes spüren
Unsere Therapiepferde:
Da das richtige Größenverhältnis von unseren kleinen Reitern eine wichtige Rolle spielt, haben wir Ponys in verschiedenen Größen im Einsatz.
Alle unsere Ponys sind für den Einsatz in der Reittherapie speziell ausgebildet und erfahren.
Gelassenheit ist hier ein ganz wichtiges Kriterium. Deshalb trainieren wir regelmäßig mit unseren Ponys auch ungewöhnliche Situationen z.B. über eine Plastikplane laufen, klappernde Blechbüchsen hinterherziehen, Regenschirm aufspannen, wir konfrontieren sie mit Bällen aller Art, spielen mit ihnen mit einem Gymnastikball Pferdefussball oder bombardieren sie mit Softbällen.
Unsere Pferde sind zusätzlich für den Einsatz als Therapiepferde versichert.
Es stellen sich vor:

Connemara- Mix- Stute Luna
Alter: 19 Jahre
Stockmaß:140 cm
Besitzer: Familie Kaiser

Shetty- Knabstrupper- Mix- Wallach Pedro
Alter: ca. 20 Jahre
Stockmaß: 113 cm
Besitzer: Familie Kaiser

Fjordstute Lea
Alter: 14 Jahre
Stockmaß: 140 cm
Besitzer: Familie Kriegisch

Konik- Mixstute Mona
Alter: 14 Jahre
Stockmaß: 130 cm
Besitzer: Familie Kriegisch
*neu im Team*

...da sind dann noch die beiden Schulponys Ronja und Sandor für fortgeschrittene Reiter.
Ronja:
Alter: 18 Jahre
Stockmaß: 135 cm
Besitzer: H.-J. Pechstein
Sandor:
Alter: 18 Jahre
Stockmaß: 140 cm
Besitzer: H.-J.Pechstein
Wir hoffen, dass wir einen kleinen Einblick in unsere Arbeit geben konnten.
Falls Sie neugierig geworden sind, finden Sie weitere Informationen und Bilder auf unserer Homepage:
www.fjord-for-fun.de
Auf bald- Ihr Pony-Power-Team des RV Hüttung.